Genau um 10:30 Uhr ermahnten die Glocken der Kienitzer
Kirche an das was am Mittwoch Morgen in aller frühe vor 65 Jahren in Kienitz
geschah.
Fast alle Plätze im Gemeinderaum der Kienitzer Kirche waren besetzt, als Pfarrer
Scheider den Gedenkgottesdienst eröffnete. Pfarrer Frank Schneider begrüßte die
Anwesenden und dankte sie für ihr kommen.
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Pfarrer Schneider, bei seiner Predigt.
In seiner Predigt
erinnerte er
an die Tage an denen die ersten russischen Soldaten in kleinen Gruppen über die
noch zugefrorene Oder kamen, um das Westufer der Oder und deren angrenzenden
Ortschaften zu erkunden. Er rief aber auch allen die schrecklichen Taten, die
vom deutschen Boden ausgingen, in Gedächtnis und mahnte, dass auch heute noch
die Schuld nicht vergessen gemacht werden darf. Er erinnerte an die
unmenschlichen Leiden der Bevölkerung in seiner bewegenden Rede.
"Selig sind die, die Frieden stiften. Sie, wird man
Christus Kinder nennen".
Nicht allen sei bewusst, dass die vergangenen 65 Jahre Frieden keine
Selbstverständlichkeit sind. Und machte deutlich, dass man für den Frieden etwas
tun müsse."Es gilt zu gedenken, zu erinnern, auch
wenn sich manche genervt fühlen." fügte er in seiner Rede hinzu.
Nach dem Gottesdienst zogen die Gäste ins Ortszentrum, wo die
Gedenkveranstaltung zu Ehren aller Kriegsopfer statt fand. Ortsvorsteher R.Grund
begrüßte die anwesenden Gäste, dem Botschafter der Russischen Föderation, einem
Offizier der Russischen Streitkräfte, dem Landrat von Märkisch Oderland, den
Mitgliedern des Kienitzer Ortsbeirates und viele mehr. Nachdem Herr Grund in
seiner Rede die Geschehnisse am 31.Januar 1945 darbot übergab er das Wort an die
nachfolgenden Redner. Sie erinnerten an die viele tausenden gefallenen Soldaten
und Zivilisten, die an den folgenden Tagen, Wochen und Monaten, bei den
Kampfhandlungen in und um Kienitz stattfanden, ums Leben gekommen sind. Einige
male rückte die Front hin und her. Erst waren die Russen bis fast vor Letschin,
dann jedoch wurden sie wieder von den gegnerischen Einheiten bis nach Kienitz
zurückgeworfen.
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Mahnende Worte der Erinnerung.
Besonders in Erinnerung der Kienitzer ist die Bombardierung des Hafens. Als sich
dort die Flüchtlinge, die Einwohner, Männer, Frauen und Kinder auf die dort
liegenden Schleppkähne und Boote in Sicherheit glaubten, flogen Maschinen der
deutschen Luftwaffe aus dem naheliegenden Neuhardenberg einen folgeschweren
Luftangriff, bei denen die meisten getötet wurden.
So ermahnte Herr Kaul, dass: "Völkerhass und Krieg müssen dauerhaft bekämpft
werden. Diese Denkmäler wurden geschaffen, um die Erinnerung an diesem
schrecklichen Krieg weiter zu geben. Um nicht zu vergessen, was hier vor
65 Jahren und zuvor geschah. Und sie sind als Mahnung zu verstehen, dieses nicht
wieder geschehen zu lassen. Wir dürfen nicht aufhören, uns an die Ereignisse zu
erinnern, zu Mahnen und zu Gedenken. Richard von Weizsäcker hatte es einmal in
die Worte gefasst: Wer die Unmenschlichkeit des Krieges vergisst, wird wieder
anfällig für eine neue Ansteckungsgefahr".
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Kranzniederlegung am Panzerdenkmal.
Dem schloss sich der Botschafter der Russischen Föderation, Dr. Wiktor J.
Wassiljew in seiner Rede an
die Menschen, an. Er erinnerte auch an die vielen Menschen anderer Religionen
die während des Krieges, dem Faschismus ihr Leben lassen mussten. So sagte er:
"Mit unvergänglichem Schmerz gedenken wir den
unwiederbringlichen Verlusten unter der Zivilbevölkerung in Dresden, Warschau,
Minsk, Kiew und Smolensk. Wir sind alljenigen zum Dank verpflichtet, die die
Kriegsdenkmäler unterhalten und Pflegen. Dem Volksbund deutscher
Kriegsgräberfürsorge, allen demokratischen Parteien, allen Gemeinden,
Initiativen zur Wahrung zum Andenkens der im Kampf gegen den
Hitlerfaschismus gefallenen Sowjetsoldaten. Wir Russen sind sehr Dankbar dafür,
wie die russischen Kriegsgräber in Deutschland gepflegt und geachtet werden. Wir
danken der Kienitzer Bevölkerung für ihre Einsätze bei der Errichtung des
Mahnmals für die gefallenen Soldaten der Roten Armee. Allein bei dem Großeinsatz
am 12. September 1970 beteiligten sich mehr als 300 Bürger mit insgesamt 1000
Stunden. ....
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Der russische Botschafter
Unsere Delegation möchte gern die Gelegenheit nutzen, um unseren aufrichtigen
Dank an die Gemeinde und Kienitzer für die Pflege dieses Denkmals auszu-sprechen.
Wir wünschen
unseren deutschen Freunden und Partnern Gesundheit, Glück, Erfolg
und Wohlergehen".
Mit diesen Worten schloss er seine Rede.
Im Anschluss wurde mehrere Kränze am
Panzerdenkmal abgelegt.
Der Ortsvorsteher bat nun die Bürger zum gegenüberstehenden Denkmal "Den Opfern
1939 - 1945". Diese Denkmal wurde eigens für alle Opfer des Krieges am
17.09.1999, auf Anregung von Herrn Fürstenberg, errichtet. Der Ortschronist Herr
Petrick hatte in seinen Ausführungen zum Ausdruck gebracht, dass Kriege und
Gewalt, in welcher Form auch immer, generell keine Lösung in der Politik mehr
darstellen dürfen. Weiterhin sagte er: "Unser Ortsteil Kienitz, der Gemeinde Letschin beging im vergangenen Jahr
sein 775-jähriges Ortsjubiläum. Kienitz erlebte eine wechselvolle Geschichte,
mit allen Höhen und Tiefen, wie auch die anderen Orte des Oderbruches. Vier
Denkmäler erinnern, Mahnen und Gedenken allein in Kienitz an die Unheil- vollen
Zeiten des Krieges."
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Chronist Herr Petrick bei seinen Ausführungen
Mit einer Schweigeminute zeugten die Anwesenden Ihr Gedenken an die Leidvolle
Zeit des Hitlerfaschismus.
Im Anschluss wurde auch hier Kränze zum Gedenken niedergelegt.
Mehr zum Thema können Sie in Artikeln der
Märkischen Oderzeitung, vom 30./31.Januar 2010
und 01.Februar 2010
hier nachlesen.
Am Abend des 31.01.2010 sendete das RBB Fernsehen,
in Brandenburg Aktuell, diesen Beitrag.
»
Gedenken an die Opfer
»Der 31.Januar 1945 ist noch bei vielen Einwohnern im
Gedächtnis fest verankert. Der Krieg hat das westliche Ufer der Oder erreicht.
76 Tage sollen die Kämpfe, in die das Dorf
einbezogen war, gedauert haben. 80 Prozent von Kienitz seien danach zerstört
gewesen. Um an die gefallenen Soldaten, aller Nationen und den zivilen Opfern
aus dem Ort zu gedenken, fanden sich am 31.01.2010 Vertreter der Gemeinde,
Einwohner aus Kienitz und geladene Gäste zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung und Schweigeminuten an den
Gedenkstätten ein.«
Das Panzerdenkmal Die Geschichte vom "Panzer Emil".
Das Kriegerdenkmal Ein Denkmal für die Bürger von Kienitz, die im 1.Weltkrieg, 1914 bis 1918, ihr
Leben ließen.
Die Stele
Ein weiteres Denkmal, das an die unsäglichen Leiden des 2.
Weltkrieges erinnern soll, steht auf dem Deich zur Überfahrt in die Oderwiesen,
zur alten Fährstraße.
Den Opfern 1939-1945
Auf Anregen des Herrn K. Fürstenberg wurde ein aus dem Entwurf von Roland
Rother, ein Denkmal aus Feldsteinen und einer Stahltafel, in Form eines Kreuzes
errichtet.